Bestattungsvorsorge: drei seriöse Wege, eines noch zu Lebzeiten zu regeln
Etwa sieben von zehn Erwachsenen in Deutschland haben keine Bestattungsvorsorge getroffen, obwohl eine deutliche Mehrheit den eigenen Abschied selbstbestimmt geregelt wissen möchte. Hier finden Sie eine ehrliche Gegenüberstellung der drei verbreiteten Wege, ohne Versicherungs-Werbung und ohne Schönrechnerei.
Warum Vorsorge wirtschaftlich und menschlich Sinn ergibt
Eine durchschnittliche Bestattung in Deutschland kostet zwischen 4.000 und 13.000 Euro. Wer keine Vorsorge trifft, hinterlässt diese Rechnung den nächsten Angehörigen, häufig den eigenen Kindern. Hinzu kommen rund 70 organisatorische Entscheidungen in einer emotional belasteten Lage, von der Sargauswahl bis zum Friedhof. Vorsorge verschiebt diese Entscheidungen in einen ruhigen Moment Ihrer eigenen Lebensgestaltung.
Die rechtliche Grundlage ist eindeutig. § 1968 BGB verpflichtet die Erben zur Tragung der Bestattungskosten. Wer keinen Nachlass hinterlässt, dessen Bestattung wird zwar nach § 74 SGB XII vom Sozialamt auf einfacher Stufe übernommen, jedoch nur in ortsüblicher Minimalausführung und mit dem Recht des Sozialamts, sich an unterhaltspflichtigen Angehörigen schadlos zu halten.
Bestattungsvorsorgevertrag
Sie schließen zu Lebzeiten einen Vertrag direkt mit einem Bestattungsinstitut ab und legen darin alle Wünsche fest. Die Kosten werden auf einem Treuhandkonto bei der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG hinterlegt.
Vorteile
- Wünsche sind detailliert geregelt
- Geld ist insolvenzfest auf Treuhandkonto
- Angehörige werden nicht mit Entscheidungen belastet
Was Sie wissen sollten
- Bindet Sie früh an ein bestimmtes Institut
- Wechsel später zwar möglich, aber mit Aufwand
Treuhandeinlage ohne Vertrag
Sie legen einen Betrag auf einem Treuhandkonto an, ohne sich auf einen konkreten Bestatter festzulegen. Erst im Sterbefall wählen die Angehörigen das Institut.
Vorteile
- Volle Flexibilität für Angehörige
- Geld ist im Sterbefall sofort verfügbar
- Hartz-IV-fest in angemessener Höhe
Was Sie wissen sollten
- Wünsche sind weniger detailliert dokumentiert
- Erfordert ergänzend eine schriftliche Bestattungsverfügung
Sterbegeldversicherung
Eine Kapitallebensversicherung mit kleinen monatlichen Beiträgen, deren Auszahlung im Todesfall an die Bestattung gebunden ist. Geeignet, wenn keine größere Summe auf einmal verfügbar ist.
Vorteile
- Niedrige monatliche Beiträge möglich
- Auszahlung sicher und schnell
- Keine Gesundheitsprüfung bei vielen Tarifen
Was Sie wissen sollten
- Über die Gesamtlaufzeit oft teurer als Treuhand
- Mit zunehmendem Alter wird die Versicherung deutlich teurer
Drei Schritte zur eigenen Vorsorge
- Wünsche notieren. Bestattungsart, Friedhof, Trauerfeier-Stil. Schon ein einseitiges, datiertes und unterschriebenes Dokument ist eine wirksame Bestattungsverfügung.
- Finanzierung wählen. Treuhand für maximale Flexibilität, Vorsorgevertrag für maximale Detailtreue, Sterbegeldversicherung bei knappem Budget.
- Bei Angehörigen hinterlegen. Verfügung, Vertragskopie und Kontaktdaten des Bestatters in einer leicht auffindbaren Mappe.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter ist eine Bestattungsvorsorge sinnvoll?
Ist eine Vorsorge auch sozialhilferechtlich sicher?
Was geschieht, wenn ich umziehe oder das Bestattungsinstitut wechselt?
Werden Wünsche aus einer Bestattungsverfügung rechtlich beachtet?
Wie unterscheidet sich Vorsorge von einem Bestattungsvertrag im Sterbefall?
Vorsorge mit einem regionalen Bestattungsinstitut konkret planen
Sie nennen Ihre Postleitzahl und eine ungefähre Vorstellung der Bestattungsart. Ein vorab geprüftes Bestattungsinstitut aus Ihrer Region erstellt Ihnen ein schriftliches, unverbindliches Vorsorge-Angebot.